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Samstag, 27. Juni 2009

Montanaro aus dem Gefängnis entlassen


Sabino Augusto Montanaro wurde nach 2 Tagen Haft im Gefängnis von Tacumbú entlassen und in seine Residenz gebracht. Nachdem die Familie einen Habeas Corupus und seine Freilassung beantragt hatte, wurde diesem stattgegeben, denn das Gesetz besagt, dass Personen über 70 Jahre nicht inhaftiert werden dürfen. Montanaro steht nun in seinem Haus unter Hausarrest.

Donnerstag, 25. Juni 2009

Einlieferung von Montanaro ins Gefängnis ist gesetzeswidrig


Die Einlieferung des Ex-Innenministers Sabino Augusto Montanaro ist laut paraguayischem Gesetz nicht zulässig, denn er Angeklagte ist bereits 87 Jahre alt. Im Gesetz heisst es jedoch, dass Personen über 70 Jahre nicht ins Gefängnis eingeliefert werden dürfen, sondern unter Hausarrest gestellt werden müssen. Die Familie Montanaro hat Einspruch dagegen erhoben. Bisher ist die Justizkommission, die über den Einspruch entscheiden soll, noch nicht zusammengekommen. Die Entlassung des Ex-Ministers soll jedoch innerhalb von 24 Stunden entschieden werden. Montanaro wurde gestern aus dem Polizeihospital ins Staatsgefängnis Tacumbú überführt, wo Dutzende Menschen demonstrierten und den ehemaligen "Starken Mann" des Stroesser-Regimes sehen wollten. In seinen mehr als 20 Jahren als Minister sind zahlreiche Personen verschwunden oder in den Kellern von "Investigaciones" zu Tode gefoltert worden. Montanaro gilt als einer der blutrünstigsten Funktionäre der Diktatur von 1954 bis 1989.

Mittwoch, 24. Juni 2009

Montanaro wurde ins Staatsgefängnis Tacumbú eingeliefert


Der ehemalige Innenminister des Stroessner-Regimes, Sabino Augusto Montanaro wurde auf richterliche Anweisung aus dem Polizeihospital Rigoberto Caballero ins Staatsgefängnis Tacumbú gebracht. Die Familie hatte bis zur letzten Minute versucht, die Inhaftierung Montanaros zu verhindern und seine Freilassung gefordert. In einem Habeas Corpus verlangte die Familie, den Ex-Minister wegen seines Alters und Gesundheitszustandes auf freien Fuss zu setzen. Man
argumentierte, Montanaro habe sich nach 20 Jahren Exil in Honduras freiwillig der Justiz gestellt und daher gäbe es keine Fluchtgefahr. Eine Sekretärin der Ministerin Alicia Pucheta de Correa hatte dann der Polizei die Anweisung gegeben, die Einlieferung von Montanaro zu stoppen. Doch auch diese Aktion verhinderte die Inhaftierung von Montanaro nicht. Er wird des Mordes durch Folter an Mario Schaerer Prono im Jahre 1976 angeklagt.

Freitag, 19. Juni 2009

Montanaro wird für Tod von Schaerer vor Gericht gestellt


Der greise ehemalige Innenminister der Stroesser-Diktatur, Sabino Augusto Montanaro, der nach 20 Jahren im Exil in Honduras im April nach Paraguay zurückgekehrt war, wurde bereits in seiner Abwesenheit von dem Richter Andrés Casati verurteilt. Jetzt wurde ein Embargo über 1 Milliarde Guaranies (200.000 Dollar) über seine Besitztümer verhängt. Am 24. Juli ist Montanaro zu einer ersten Aussage vorgeladen. Casati hatte die Klage der Ehefrau Guillermina Kanonnikoff und des Sohnes Manuel Schaerer Kanonnikoff am 4. April 1989 angenommen und den Innenminister in seiner Abwesenheit verurteilt. In dem Todesfall durch Folter von Mario Schaerer Prono am 5. April 1976 wurden auch die Folterknechte Juan Aniceto Martínez, Camilo Almada Morel, Lucilo Benítez
und der ehemalige Chef des Departamento de Investigaciones Pastor Coronel (bereits verstorben) zu 25 Jahren Haft verurteilt. Alle 4 standen unter dem Komando von Montanaro.

Es war in der Nacht vom 4. April 1976, als eine Polizeibrigarde des Haus von Mario Schaerer Prono im Stadtteil Herrera von Asunción überfiel. Kurz zuvor hatte dort ein Treffen der Anführer der Organisation Erster Mai (OPM) stattgefunden. Das OPM war eine als illegal erklärte linke Organisation, hauptsächlich bestehend aus Universitätsstudenten. Die Polizei drang um 2 Uhr morgends in das Haus ein und es gab eine Schiesserei, bei der der Student Juan Carlos
Da Costa ums Leben kam. Mario Schaerer Prono und seine Frau Guillermina Kanonnikoff konnten unter einem Kugelhagel durch den Hinterhof entkommen und suchten in der Schwesternschule San Cristóbal Zuflucht. Dort wurde er kurze Zeit später festgenommen und ins berüchtigte Departement Investigaciones gebracht. Er wurde eine ganze Nacht lang dort gefoltert und starb unter den Händen der Polizei.Dem Ex-Innenminister Montanaro wird ein grosser Teil der Verantwortung für seinen Tod gegeben. Nach mehrwöchentlichen medizinischen Untersuchungen wurde Montanaro für verhandlungsfähig erklärt und wird am 24. Juli zu dem Fall aussagen. Bild: Guillermina Kanonnikoff, Witwe von Schaerer Prono.