Dienstag, 16. Juni 2009

Lugo und Senatspräsident sprachen über Konflikt


Das Treffen zwischen Präsident Lugo und dem Senator Enrique González Quintana hat nach Angaben beider Teilnehmer "das Fundament für weitere Gespräche mit klaren Themen" bereitet. Sie sind sich einig, in den nächsten Wochen ausführlich an der Lösung des Konflikts zwischen Regierung und Kongress zu arbeiten. Das Treffen dauerte 2 Stunden und wurde in einer freundlichen Atmosphäre geführt, obgleich sich beide in den Tagen zuvor gegenseitig
scharf kritisiert hatten.

Nur 20% der Bevölkerung befürwortet Annäherung an Venezuela

Die Annäherung der Regierung von Fernando Lugo an den sogenannten "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" von Venezuelas Präsident Hugo Chavez wird nur von 19,9% der paraguayischen Bevölkerung unterstützt, wie eine Umfrage der Zeitung ABC Color ergab. Wie es weiter heisst, ist die Mehrheit in Paraguay der Meinung, dass die Linken in der Regierung mehr Gewicht bekommen, als sie verdient haben. Präsident Lugo sieht es gelassen: nach seiner Meinung ist
diese Umfrage wenig repräsentativ. Wie bekannt ist, strebt Lugo ein Referendum an, wo die 3 Staatsgewalten bewertet werden sollen - und ist auch bereit zurückzutreten, wenn mehr Menschen seine Arbeit als negativ bewertet, als die Zahl der Wähler, die für ihn gestimmt haben.

Industrieunion versichert, Schmuggel habe zugenommen

Nach Angaben der Industrieunion UIP hat der Schmuggel unter der neuen Regierung nicht abgenommen, sondern ist eher noch mehr gestiegen. Das sagte der Vorsitzende der Antischmuggelkomission der UIP Pablo Mauger. Obgleich die LKWs mit Schmuggelgut zwar zunächst festgehalten werden und man die Ladung überprüft, kommen sie dann doch nach Zahlung von unrealistischen Strafsummen wieder frei, ohne das die Ladung beschlagnahmt wird. Diese kann dann frei auf dem lokalen Markt verkauft werden und bedeutet eine ungerechte Konkurrenz für die lokale Industrie. Auf dem Foto sehen wir LKWs der Firma Guarany im Zollgelände des Hafens Algesa, die in der letzten Zeit durch absolute Unterbewertung ihrer Ladung aufgefallen sind.

Sonntag, 14. Juni 2009

Unbeliebtheit von Lugo steigt dramatisch

Mehr als 60% der Einwohner Paraguay gibt Präsident Lugo eine niedrige Bewertung, was seine Amtsführung angeht. 30% der Bürger bezeichnen ihn geradezu als "mittelmässig", wie eine Umfrage der Zeitung ABC Color in Asunción ergab. 76,6% finden, der Präsident tue wenig oder nichts, um seine Wahlversprechen zu erfüllen und nur 22,3% gaben an, Lugo führe sein Amt korrekt aus. 40% der Bevölkerung finden gar, dass die Korruption im Land gleichbleibend oder schlimmer als unter der Coloradopartei ist.

Schwere Schiesserei auf Estancia Toro Blanco

Am Freitag hat es auf der Estancia Toro Blanco im Departement Concepción eine schwere Schiesserei gegeben. Nach Drohungen von vermeintlichen "Sin tierras" (Landlosen Bauern), einen Teil der Estancia zu besetzen, waren private Wachleute und Polizei zum Schutz des Geländes gerufen worden. Diese waren am Mittag von den Landlosen aus dem Hinterhalt beschossen worden und hatten das Feuer erwiedert. Das Gefecht, bei dem es mehrere Verletzte auf
beiden Seiten gab, dauerte über 30 Minuten an, bis die Angreifer überwältigt werden konnten. Wie später bekannt wurde, verteidigten die Landlosen eine Ladung von gesägten Lapachostämmen, die illegal im Nationalpark San Rafael geschlagen worden waren. Das Holz war in der Indianersiedlung Karumbey gelagert, die an die Estancia angrenzt.

Mariuhana-Plantagen in Amambay zerstört


Die Drogenpolizei hat gestern 194 Hektar Mariuhana vernichtet. Das Rauschgift war auf 86 Parzellen angepflanzt. Ausserdem fand die Polizei 12.800 Kg geschnittenes Mariuhana, 60 Kg Samen, 4 Pressen und 36 Camps in den Zonen von Capitán Bado und Pedro Juan Caballero im Departement Amambay. Die SENAD verfügte über die Unterstütung der brasilianischen Bundespolizei (Policia Federal), die im Rahmen der Operation "Alianza IV" an den Operationen teilnimmt. 80% der paraguayischen Mariuhana wird nach Brasilien geschmuggelt und dort vertrieben.

López Perito ist hinter 700 Mio. US$ her


Die harten internen Auseinandersetzungen in der Regierung kreisen um das Projekt "Nationaler Plan für Souveränität und Nahrungssicherung (Planal), für das in den nächsten 5 Jahren 700 Millionen Dollar bereitgestellt werden sollen. Der Urheber des Projektes ist Miguel López Perito, Sekretär der Präsidentschaft, der dies auch selbst leiten will. Im Rahmen des Projektes wird eine Zusammenarbeit mit Indianern, Wohnungslosen ("Sintechos") und Landlosen (Sintierras)
angestrebt.

4.500 Klassenzimmer müssen renoviert werden

Laut einer Schätzung des Kultusministeriums gibt es mehr als 4.500 Klassenzimmer in Paraguay, die einer dringenden Renovierung bedürfen. Genausoviele Schultoiletten müssen ebenfalls dringendst erneuert werden. Um diese Arbeiten ausführen zu können, bedarf es einer Summe von ca. 108.000.000.000 Guaranies. Das Ministerium verfügt jedoch nicht über diese Summe und kann lediglich 22% dieser dringenden Reparaturen durchführen lassen. Daher hat man eine Erweiterung des Etats für das Ministerium beantragt.

Senatspräsident beschuldigt Boliviens Präsident Evo Morales


Der Präsident des Senats, Enrique González Quintana von der Partei UNACE (von Lino Oviedo) beschuldigte Präsident Lugo, ein Demagoge zu sein, der das Volk belüge, um einen vermeintlichen Plan "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" zusammen mit Venezuela, Ecuador, Bolivien, Kuba und Nicaragua durchzuführen. González Quintana kritisierte Lugo aufs Schärfste, da dieser den bolivianischen Präsidenten Evo Morales in Mcal. Estigarribia empfangen hatte.
Er beschuldigte den bolivianischen Staatschef, von dem er sagte "er kam an diesem für uns sehr wichtigen Tag (Ende des Chacokrieges), um die Legislative zu beschimpfen". Dort hatte Morales gesagt: "Das beste Parlament ist das Volk" und erneut Zündstoff auf den Streit zwischen Regierung und Kongress geliefert.

Freitag, 12. Juni 2009

Kassierer von der ANDE überfallen und getötet


Ein Funktionär der nationalen Stromgesellschaft ANDE wurde gestern mittag überfallen und getötet. Es handelt sich um Julian Antonio Torres (47), der im Stadtteil Ricardo Brugada (Chacarita, Elendsviertel von Asunción) die Zähler ablas und Rechnungen verteilte. Nach Angaben der Polizei war es 11:45, als Torres an den Strassen Tacuary und Playa entlangging und von 2 Männern abgefangen und überfallen wurde. Der Kassierer wurde mit einem tiefen
Messerstich in den Hals verletzt, worauf die Täter seine Geldtasche an sich nahmen und flohen. Torres schleppte sich noch etwa 100 Meter weit und schrie um Hilfe. Nachbarn riefen daraufhin die 911 der Polizei an. Trotzdem wurde der Notruf missachtet und die Polizei kam nicht zur Hilfe. Nach langem Warten alarmierte man die Beamten im Kommissariat Nr. 5, die das Opfer mit einer Patrouille nach Emergencias Medicas transportierte. Dort konnte man für Torres nichts mehr tun, er traf bereits leblos in der Notaufnahme an. Torres arbeitete bereits seit 28 Jahren für die ANDE. Die Täter wurden von einigen Zeugen erkannt, es handelt sich um Marcos Lugo und Gustavo Ariel Vera Dominguez, welche bekannte Kriminelle in der Zone sind.

Bischofskonferenz lehnt Aussagen von Bischof Medina ab

Die Paraguayische Bischofskonferenz CEP hat sich von den Äusserungen eines ihrer Mitglieder, Mons. Mario Melanio Medina deutlich distanziert. Medina hatte dazu aufgerufen, "sich zu mobilisieren, um dieses Parlament seines Amtes zu entheben". Die Bischöfe sprachen sich gegen jede Art von Gewalt und Aktionen gegen die demokratischen Institutionen aus. Bei dem Treffen in Ciudad del Este (siehe kürzlich veröffentlichter Artikel) sei das Wort "den Kongress liquidieren" gefallen, doch diese Worte habe nicht Medina ausgesprochen. Die Regierung hat im Parlament eine deutliche Minderheit - die Opposition der Coloradopartei, die zuvor 65 Jahre lang an der Macht war, ist deutlich in der Überzahl.
Wie der Sekretär der Präsidentschaft Miguel López Perito versicherte, sei es der Kongress, der sämtliche Veränderungen im Land behindere. Der Regierung sei wegen des Kongresses "die Hände gebunden". Er erinnerte daran, dass das Projekt des Präsidenten Lugo in kurzer Zeit scheitern werde, wenn das Volk die Initiativen der Regierung nicht unterstütze. "Die einzige Möglichkeit, Paraguay zu verändern ist, dass die Regierung mit dem Volk geht, und das Volks mit der Regierung."

Kälte geht weiter


Die meteorologische Wetterstation hat weitere kalte Tage im ganzen Land angekündigt. Laut der Wettervorhersage soll es in den nächsten Tagen Temperaturen zwischen 5 und 18 Grad geben. Die Höchsttemperaturen sollen am Wochenende unter 20 Grad liegen, für den Süden des Landes wird möglicher Frost vorhergesagt. Bild: So sieht man eine paraguayische Familie selten angezogen.

Lugo empfing Boliviens Präsident Evo Morales

Präsident Fernando Lugo traf am heutigen Freitag seinen bolivianischen Kollegen Evo Morales. Das Treffen zum Gedenktag des 74. Jahrestages des Friedensabkommens des Chaco-Krieges, der von 1932 bis 1935 zwischen beiden Ländern ausgetragen wurde, fand in Mcal. Estigarribia im Departement Boquerón statt.

1.300 Kg Mariuhana in Naturschutzgebiet gefunden


Beamte der Antidrogenbehörde haben im Naturschutzgebiet von Itaipú 1.354 Kg Mariuhana sichergestellt. Das Rauschgift war nur 100 Meter vom Itaipú-See entfernt im Gebüsch versteckt, wie die Polizei von Alto Paraná bekanntgab. Bisher ist noch nicht geklärt, wer für die Drogen verantwortlich ist.

Donnerstag, 11. Juni 2009

Regierung verhandelt mit bekannten Aufrührern, um Kongress anzugreifen


Der Generalsekretär des Präsidenten, Miguel López Perito hat sich in Ciudad del Este mit bekannten Aufrührern getroffen und mit ihnen verhandelt. Angeblich soll er ihnen Unterstützung versprochen haben, falls diese die Protestversammlungen gegen den Kongress und die Justizbehörde unterwandern. Die Presse verfügt über Aufzeichnungen und Fotos von dem Treffen. Dabei handelt es sich um Aufrührergruppen, die zuvor Ex-Präsident Nicanor Duarte Frutos und
Itaipú-Chef Victor Bernal unterstützten. Unterdessen hat Innenminister Rafael Filizzola die Kabinettsmitglieder gewarnt, die einen Konflikt mit dem Kongress befürworten.

Brand im Kultusministerium


Ein gefährlicher Brand brach heute morgen in einem Gebäude im Zentrum Asuncións aus, wo die Büros des Kultusministeriums untergebracht sind. Das betroffene Gebäude befindet sich an der Ecke von 25 de Mayo und Yegros, wo zuvor die Banco del Paraná lag. Mehrere Dutzend Feuerwehrmänner kämpften stundenlang gegen die Flammen, um zu verhindern, dass Nachbargebäude Feuer flangen. Bisher sind die Ursachen des Brandes noch unklar. Über Verletzte ist ebenfalls noch nichts bekannt. Nachdem es gelungen war, das Feuer zu löschen, sind Polizeibeamte in das Gebäude vorgedrungen, um nach Spuren über die Brandursache zu suchen. Funktionäre des Kultusministeriums untersuchten, welche Schäden entstanden sind.

Paraguay verlor erneut und rutschte auf Platz 3 ab


Die paraguayische Nationalmannschaft verlor ein weiteres Spiel im Rahmen der Ausscheidungsspiele für die WM Südafrika 2010. Diesmal erlitt die Mannschaft von Gerardo Martino in Recife gegen Brasilien eine 1-2 Niederlage. Trotzdem wird das Spiel Paraguays als hervorragend bezeichnet, besonders in der ersten Halbzeit kontrolliert die "Albiroja" das Spiel und ging mit einem Freistoss von Salvador Cabañas in Führung. Die fünffachen Weltmeister glichen
jedoch kurz vor der Pause aus und gelangen kurz nach der Pause zu einem weiteren Treffer. Durch diesen weiteren Punkteverlust rutschte Paraguay nun mit 24 Punkten auf Platz 3 hinter Brasilien mit 27 Zählern und Chile, das mit 4:0 gegen Bolivien gewann und jetzt 26 Punkte summiert. Die nächsten Spiele sind im September, wo Paraguay in Asunción Bolivien empfängt und Brasilien in Buenos Aires auf Argentinien trifft.

Mittwoch, 10. Juni 2009

Elvio Benítez will den Kongress "wegfegen"


Der Campesino - Anführer Elvio Benítez sagte, 95% des Kongresses sei von Korrupten besetzt und hat sich für ein Referendum zu Neuwahlen eingesetzt, um "die Banditen dort wegzufegen". Dies sagte er kurz nach seinem Gespräch mit Präsident Lugo, wo er eine Protestversammlung von 150.000 Personen am 19. Juni am Kongressgebäude ankündigte, wo man die Ablehnung gegenüber Senatoren, Parlamentariern und der Justiz aufzeigen wolle. Präsident Lugo
seinerseits sagte, es "wäre schön", eine Volksbefragung über das Wirken dieser 3 Staatsorgane durchzuführen und notfalls Konsequenzen zu ziehen. Er versicherte, er sei bereit zurückzutreten, falls mehr als 824.000 Menschen dies von ihm verlangten. Dies war die Zahl der Stimmen, mit der er am 20. April 2008 gewählt wurde.

Flugzeugabsturz in Ciudad del Este


Ein brasilianischer Rinderzüchter ist gestern beim Absturz seines Flugzeugs in Ciudad del Este ums Leben gekommen. Die zweimotorige Maschine, gesteuert von ihrem Besitzer Cledio De Gásperi, war beim Landeanflug auf den internationalen Flughafen Guarani von Ciudad del Este ausser Kontrolle geraten, über die Landebahn hinausgeflogen und dann abgestürzt und in Flammen aufgegangen. Der Brasilianer war auf dem Rückflug von seiner Estancia in Alto Paraguay, als sich das Unglück ereignete, das ihn das Leben kostete. Weitere Personen kamen nicht zu Schaden. De Gásperi hat in Brasilien Vorstrafen wegen Drogenhandels. Die Ursachen des Absturzes werden noch untersucht.

Boot auf dem Rio Paraguay untergegangen

Gestern ist auf dem Rio Paraguay bei Asunción ein Boot untergegangen, wobei 2 Menschen verletzt wurden, wie die Polizei mitteilte. Die Überlebenden erholen sich in Emergencias Medicas. Zunächst vermutete man, dass weitere Personen vermisst wurden, bis die beiden Verletzten befragt werden konnten. Demnach waren sie beide allein auf dem Boot. Wie Dr. César Pimienta von Emergencias Medicas mitteilte, haben beide keine schweren Verletzungen oder
Unterkühlungen erlitten. Ihr Leben sei zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen.